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Jordanien

1. Landesinformation

Verwaltung, Bevölkerung, Wirtschaft, Gesundheit, Bildung / Kultur / Kommunikation, Zivile Sicherheit

Verwaltung

Allgemeines / Geografie

Quellen: 
www.erdkunde-online.de (aufgerufen am 07.01.04)

http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=2&land_id=71
(aufgerufen am 07.01.04)

Politisches System

Quellen: 
www.erdkunde-online.de (aufgerufen am 07.01.04)

http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=2&land_id=71
(aufgerufen am 07.01.04)

Abriss über das politische System Jordaniens

Jordanien ist eine konstitutionelle Monarchie und verfassungsmäßig als Zentralstaat mit 12 Verwaltungsbezirken organisiert. Diese nehmen administrative Aufgaben, aber keine eigenen politischen Befugnisse wahr. Staatsoberhaupt ist König Abdullah II bin Hussein, Premierminister (seit 25.10.2003) Faisal al-Fayez, Außenminister Marwan Muasher.

Die Legislative liegt bei der Nationalversammlung, die sich aus zwei Kammern zusammensetzt : der Abgeordnetenkammer (Unterhaus, 80 Mitglieder) und dem Senat (Oberhaus, 40 Mitglieder). Die Senatsmitglieder werden vom König für vier Jahre ernannt, wobei neun Sitze den Christen, vier den Beduinenstämmen und drei den Tscherkessen vorbehalten sind. Bei ihnen handelt es sich vor allem um Würdenträger, wie hohe Richter und Offiziere.

Der König hat bei den Entscheidungen der beiden Kammern ein Vetorecht, doch wird dieses außer Kraft gesetzt, wenn beide Kammern eine Entscheidung, z.B. über die Einführung eines neuen Gesetzes, mit einer 2/3 Mehrheit beschließen. Dies ist jedoch sehr unwahrscheinlich, da die Senatsmitglieder dem König gegenüber loyal eingestellt sind. Die Tätigkeit der Abgeordneten beschränkt sich somit meist auf eine eher repräsentative Funktion.

Neben den beiden Kammern existiert noch der Ministerrat, der dem Abgeordnetenhaus verantwortlich ist. Die Abgeordnetenkammer kann einen Minister mit einer 2/3 Mehrheit absetzen oder ins Amt berufen, soweit der König dies zulässt.

Außenpolitik

Die Verbesserung der Beziehungen zu den arabischen Nachbarn, Krisenmanagement im Nahostfriedensprozeß, enge Beziehungen zu den USA und Bemühungen um eine verstärktes Engagement der EU in der Region kennzeichnen die aktuelle Außenpolitik Jordaniens. Die Nachbarschaft zu Israel und den palestinensischen Gebieten auf der einen und zum Irak auf der anderen Seite stellt die jordanische Außenpolitik vor erhebliche Anforderungen.

Innenpolitik

Das Parlament wurde im Juni 2001 zum Ende seiner vierjährigen Legislaturperiode vom König aufgelöst. Neuwahlen werden für September 2002 erwartet. In der parlamentslosen Zwischenzeit führen König und Regierung das Land durch Dekrete.
König Abdallah unterzieht sein Land einer systematischen Modernisierung. Er legt den Schwerpunkt auf wirtschaftliche Öffnung und Investitionsanreize. Er hat mehrere Freihandelszonen geschaffen, die größte davon rund um den Rotmeerhafen Aqaba.

Aktuelle innenpolitische Lage

Am 17. Juni wurde das 14. jordanische Parlament für eine Legislaturperiode von vier Jahren gewählt. Wahlgewinner waren die "Unabhängigen" (Stammesvertreter), die 70 der 110 Parlamentssitze gewannen. Die Islamic Action Front schnitt mit 21 Sitzen wie erwartet ab. Für die 110 Parlamentssitze hatten sich 765 Kandidaten, darunter 54 Frauen, in den 45 Wahlbezirken des Landes beworben. Neu war eine Frauenquote von 6 nur für Frauen reservierten Sitze.

Seit September 2001 hat Jordanien (neben Kanada, Mexico und Israel) ein Freihandelsabkommen mit den USA, seit Mai 2002 ein Assoziierungsabkommen mit der EU.

Der Ausbruch der zweiten Intifada in der Westbank und im Gazastreifen im September 2000 belastet aufgrund der unverändert starken verwandtschaftlichen Bindungen über den Jordan hinweg das innenpolitische System.

Der im März 2003 gegen den Irak geführte Krieg brachte Jordanien in eine schwierige Situation. König Abdullah II hatte neben vielen Bemühungen zur Verhinderung des Waffenganges von Beginn an keinen Zweifel an seiner pro-amerikanischen Haltung gelassen. Die Bilder vom Leiden der irakischen Zivilbevölkerung haben bei der jordanischen Bevölkerung deutliche Kritik am Krieg laut werden lassen. Nach dem Krieg hat Jordanien sich aufgrund innenpolitischen Drucks konsequent amerikanischem Drängen wiedersetzt, sich militärisch (Friedenstruppen) im Irak zu engagieren.

Parteien

Laut Artikel 16/2 der Verfassung besteht ein Recht auf Parteienbildung. Dieses Recht wurde 1954 durch das Parteiengesetz spezifiziert. 1957, nach Umsturzversuchen der regierenden Linkskoalition, wurde es von König Hussein aufgehoben und erst im Oktober 1992 offiziell wieder eingeführt. Von besonderer Bedeutung seit den Wahlen vom 8.11.1993 sind die regierungsnahen Unabhängigen Zentristen, die Islamische Aktionsfront/IAF, die Islamischen Unabhängigen, die Al-Ahd Partei und die Jordanische Arabische Demokratische Partei.

Wahlen

Vor dem Erlass des Parteienverbots 1957-1992 gab es schon 1947 und 1950 die ersten Wahlen zum Abgeordnetenhaus. Seitdem garantiert Artikel 67 der jordanischen Verfassung die freie, geheime und direkte Wahl aller Unterhausabgeordneten. Bei einer Beeinflussung der Wahlen oder der Wähler droht eine Strafe. Nach Artikel 3 des Wahlgesetzes sind alle jordanischen Staatsbürger, die mindestens 20 Jahre alt sind und Steuern bezahlen, wahlberechtigt, seit April 1976 auch die Frauen. Armeeangehörige sind von den Wahlen ausgeschlossen.

Quellen: 
http://alf.zfn.uni-bremen.de/~demos/jordanie.htm (aufgerufen am 07.01.04)
http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=10&land_id=71
(aufgerufen am 07.01.04)
www.erdkunde-online.de
(aufgerufen am 07.01.04)

Verwaltungsstruktur

12 Bezirke: (Ajlun, Al 'Aqabah, Al Balqa', Al Karak, Al Mafraq, 'Amman, At Tafilah, Az Zarqa', Irbid, Jarash, Ma'an, Madaba)

Bevölkerung

Demografische Indikatoren

Indikatoren für reproduktive Gesundheit

Bevölkerungsgruppen

Religionen

Landessprachen

Wirtschaft

Wirtschaftsdaten 2003

Quellen für Bevölkerung und Wirtschaft: 
http://www.undp.org/hdr2003/indicator/cty_f_JOR.html
(abgerufen am 08.01.04)
http://www.asien-auf-einen-blick.de/jordanien.html
(aufgerufen am 08.01.04)
http://www.dsw-online.de/infothek_db.html
 (abgerufen: 07.01.04)

www.erdkunde-online.de
(aufgerufen am 07.01.04)

Wirtschaftsstruktur

Anteil am BIP in %:

Landwirtschaft ist nur mittels künstlicher Bewässerung möglich. Im Jordangraben werden Gemüse, Weizen, Melonen, Bananen, Zitrusfrüchte, im mittleren ostjordanischen Bergland Linsen, Tabak, Oliven, Feigen und Granatäpfel angebaut. Halb- und Vollnomaden betreiben die Viehhaltung (Schafe, Ziegen, Rinder, Esel, Maultiere, Kamele, Pferde). Wichtigster Industriezweig ist der Phosphatabbau. Wichtigste Industriebetriebe sind eine Superphosphatfabrik, ein Zementwerk und eine Erdölraffinerie.

Wirtschaftliche Entwicklung (Stand Okt. 2003)

Die Regierung hat die Privatisierung intensiviert durchgesetzt. Sie sucht die Kooperation der nationalen und internationalen Privatwirtschaft bei der Überwindung der Wirtschaftsstagnation, gestützt auf eine aktive Fortsetzung des Wirtschaftsreformprogramms nach und im Zusammenhang mit dem WTO-Beitritt und der Ratifizierung des EU- Partnerschaftsabkommens. Nach der Privatisierung der Telekommunikationsgesellschaft wurden die Weichen gestellt für Zukunftsinvestitionen im Bereich Informationstechnologie und zur Verbesserung der Wirtschaftsinfrastruktur des Landes für den regionalen Wettbewerb. Die Investitionen im Tourismus- und Hotelbereich zahlen sich bereits aus und lassen für die Binnenkonjunktur Impulse erwarten

Jordaniens Wirtschaft hat den Irak-Krieg relativ gut überstanden; der wenig ermutigende Verlauf des Nahostfriedensprozesses beeinträchtigt jedoch die wirtschaftliche Entwicklung . Besonders der Tourismus - die wichtigste Branche neben dem Baugewerbe - hat in der Vergangenheit mehrere Rückschläge erlitten, eine leichte Besserung ist aber jetzt zu verzeichnen. König Abdullah II hat wichtige wirtschaftspolitische Signale gegeben, bemüht sich um Modernisierung (IT-Bereich) und Privatisierung. Problematisch ist das hohe Haushaltsdefizit (7,4 % des BIP), angestrebt wird ein ausgeglichener Haushalt für 2004. Die Auslandsverschuldung hat sich stabilisiert. Während des Staatsbesuchs von König Abdullah II im Oktober 2002 in der Bundesrepublik Deutschland wurde ein bilaterales Umschuldungsabkommen im Rahmen der Umschuldungsvereinbarung mit dem Pariser Club über rund 100 Mio. EUR unterzeichnet. Auch jordanische Exporte gingen im letzten Jahr zurück (Intifada, Irak-Sanktionen, rückläufige Phosphatverkäufe), das Investitionsklima verschlechterte sich aufgrund der politischen Großwetterlage. Importe stiegen um über 20 %, demzufolge nahm auch das Handelsbilanzdefizit deutlich zu (fast 1/3 des BIP). Ein Freihandelsabkommen mit den USA (September 2001) und ein Assoziierungsabkommen mit der EU (Mai 2002) setzten wichtige wirtschaftliche Akzente. Aufgrund der nur vorübergehend verschlechterten Rahmenbedingungen wird Jordanien keine Schwierigkeiten haben, auch weiterhin eine relativ hohe Wachstumsrate (fast 4 %) zu halten. Sollte sich die Lage im Irak kurz- bis mittelfristig konsolidieren, könnte dies stimulierend auf die jordanische Wirtschaft wirken.

Wichtigste Außenhandelspartner

Export: Indien, Irak, Saudi-Arabien, Indonesien, Äthiopien, Vereinigte Arabische Emirate, China Import: Europäische Union, USA, Irak, Saudi-Arabien, Japan, Türkei.

An den Importen gemessen ist Deutschland der wichtigste europäische Handelspartner Jordaniens. Die jordanischen Importe aus Deutschland beliefen sich im Jahr 2002 auf 433 Mio. EUR, 1,7% weniger als im Vorjahr. Jordaniens Ausfuhren nach Deutschland sanken im Jahre 2002 um 8,2% auf 30,7 Mio EUR. Deutschland liefert vor allem Fahrzeuge, Nahrungsmittel, chemische Produkte und Maschinen. Jordanien exportiert nach Deutschland Kleidung (Baumwolle), Speise- und Industriesalz.

Ausfuhrgüter

Phosphate, Düngemittel, Kaliumkarbonat, Gemüse, Früchte, Nüsse, Chemikalien, Zement, Fertigwaren

Einfuhrgüter

Rohöl, Maschinen, Transportmittel, Lebensmittel, Vieh, Fertigprodukte

Industrie

Phosphatabbau, Erdölraffinerien, Zement, Kaliumkarbonat, chemische Produkte, Lebensmittelverarbeitung, Leichtindustrie, Metallprodukte, Zigaretten

Rohstoffe

Phosphate, Kaliumkarbonat, Kalkstein, Salz, Vorkommen an Schieferöl

Verkehr

Das Eisenbahnnetz ist 618 km lang, das Straßennetz rd. 6.600 km. Einziger Hafen ist Akaba. Internationaler Flugplatz ist Amman.

Quellen: 
www.erdkunde-online.de (aufgerufen am 07.01.04)
http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=10&land_id=71
(aufgerufen am 08.01.04)

Gesundheit  

Quellen: 
http://www.undp.org/hdr2003/indicator/cty_f_JOR.html (abgerufen am 08.01.04)
http://www.spiegel.de/jahrbuch/0,1518,JOR,00.html
(abgerufen am 08.01.04)

Bildung/Kultur/Kommunikation

Bildung

Schulpflicht von 6 bis 16 Jahren. Einschulungsquote im (kostenfreien) primären Bereich über 90%. 10 Universitäten. Analphabetenrate: Männer 6,6%, Frauen 20,6%.

Bildungs-, Hochschul- und Medienpolitik werden von der jordanischen Regierung ernst genommen. Man ist sich der im Durchschnitt sehr jungen Bevölkerung bewußt, deren Berufschancen von dieser Politik abhängen.

Das jordanische Schulsystem führt fast alle Schüler nach 12 Jahren Schulzeit zum Abitur (Taujih). Anschließend streben die meisten Jordanier und Jordanierinnen einen Universitätsabschluß an (zumeist B.A.). Im Land bestehen über 20 Universitäten, fast jährlich werden neue gegründet. Die bekanntesten staatlichen sind : University of Jordan, Jordan University of Science and Technologie, Yarmouk University, Al Al Bayt University, Balqa University for Applied Sciences, Hussein Bin Talal University und Mu’tah University. Englische Sprachkenntnisse sind weit verbreitet, andere Fremdsprachen allerdings kaum.

Kultur

Seit der Eroberung durch die Araber im 7. Jahrhundert gehört Jordanien zum islamisch-arabischen Kulturkreis. Seine Traditionen reichen allerdings wesentlich weiter zurück.

Kommunikation/Medien

Die Jordan Radio und Television Corporation (JRTV) sendet jeweils ein Programm in Arabisch und Englisch. Auf 1000 Einwohner kommen 52 Fernseher, 83,4 Telefone, 11,5 Handys, 8,6 Faxe, 12,6 PCs und 0,09 Internetzugänge. Auf dem Mediensektor verbreitet sich das Internet dank der besonderen Unterstützung des Königs. Mobiltelefone sind weit verbreitet und seit Mitte 2001 werden Datenverbindungen durch den ADSL Standard wesentlich leistungsfähiger. Neben dem jordanischen Fernsehprogramm werden das syrische und das Programm des Nachrichtensenders "Al Jazeera" gesehen. Printmedien stehen unter staatlicher Kontrolle, was mit der schwierigen regionalpolitischen Situation im Zusammenhang steht.

Quellen: 
www.erdkunde-online.de (aufgerufen am 07.01.04)

Umwelt/Tourismus

Eines der größten Zukunftsprobleme ist die Wasserversorgung: Jordanien gehört zu den wasserärmsten Regionen der Erde. Das Königreich hängt am Tropf der Israelis, die schon mal damit drohen, vereinbarte Wasserlieferungen wegen Dürre im eigenen Land um etwa 60% zu kürzen. Eine geregelte Wasserversorgung ist auch Voraussetzung für den Ausbau des Tourismus. 1998 kamen über 1,25 Mio. Besucher, die Einnahmen daraus beliefen sich auf 853 Mio. US$.

Weltkulturerbe

Ruinen von Petra; Wüstenschloss Quseir Amra (Fotos und/oder Erläuterungen zu ausgesuchten Stätten des Welterbes dieses Landes finden Sie hier: http://www.erdkunde-online.de/welterbe/index.html )

Sehenswürdigkeiten

Totes Meer; archäologische Stätten (das antike Petra, Djerasch); Unterwasserfauna im Roten Meer vor Aqabah; Nationalmuseum in Amman (Schriftrollen von Qumran), Jabal Neba (Berg, von dem aus Moses das "Gelobte Land" gesehen haben soll); Kreuzritterburg in Kerak; Wüstenpaläste aus der Omajjadenzeit

Quellen: 
www.erdkunde-online.de (aufgerufen am 07.01.04)

Zivile Sicherheit

Die politische Situation in Jordanien ist stabil. Es herrscht parlamentarische Demokratie. König Abdullah führt das Land zwar als starker Herrscher, lässt jedoch demokratische Strukturen zu. Es gibt ein annehmbares Niveau an Meinungsfreiheit - eine Linie, die der König von seinem Vater König Hussein I. übernahm, der 1999 starb.

Im letzten Jahrzehnt durchlebte Jordanien eine Zeit politischer und sozialer Umwälzungen. 1991 wurden per Dekret Islamisten und Kommunisten aus politischen Ämtern verbannt. Beide Parteien sind aber noch stark im Parlament vertreten. In den letzten Jahren hat die Unterstützung extremistischer Kräfte durch die Bevölkerung jedoch nachgelassen.

Jordanien und der internationale Terror

Nach dem 11. September zeigte sich Jordanien zweigeteilt: Während aus Palästina stammende Bürger sich auf die Seite des Al Qaida-Führers Osama bin Laden schlugen, bezogen andere Position zu Gunsten der USA. Das gleiche Bild zeichnet sich in Bezug auf die Beziehungen zu Israel: Während die eine Hälfte der Bevölkerung die proisraelische Haltung der Regierung begrüßt, herrscht in der anderen großer Unmut.

Quellen: 
http://www.otz.de/osr/osr.irak.golf_56807.php
(aufgerufen am 08.01.04)


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