|
Networking
Asia / Africa / Southeast Europe
|
|
|
|
|
Mongolei 
Verwaltung,
Gesundheit,
Bevölkerung, Wirtschaft,
Zivile Sicherheit,
hauptsächliche Probleme im Land,
Projekte von Organisationen
Allgemeines / Geografie
- Ländername: Mongolei, mongolisch: Mongol Uls
- Lage: zentralasiatischer Flächenstaat zwischen Russland (Sibirien) und China
- Größe: 1,565 Mio Quadratkilometer (4,3 mal die Fläche Deutschlands)
- Klima: kontinental, semiarid
- Hauptstadt: Ulan Bator, ca. 790.000 Einwohner
- Weitere Städte: Darhan, Erdenet
- Nationalfeiertag: 11. Juli, "Naadam", mongolisch: "Festspiele"
- Unabhängigkeit: 11. Juli 1921 von China
endgültige Staatsgründung 26.11.1924: Mongolische Volksrepublik
Quellen:
Auswärtiges Amt, Länder- und Reiseinformationen,
http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/index_html (abgerufen im August 2002)
CIA, The World Factbook 2001,
http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/index.html (abgerufen im August 2002)
Politisches System
- Staatsform: Republik
- Regierungsform: parlamentarische Demokratie mit rechtsstaatlicher Verfassung
- Staatsoberhaupt (seit 1997): Natsagiin Bagabandi, Präsident der Mongolei
- Regierungschef (seit 2000): Nambariin Enkhbayar, Mongolisch-revolutionäre Volkspartei (MRVP)
- Außenministerin: Luvsangiin Erdenchuluun
- Parlament: Großer Staatskhural der Mongolei, Einkammerparlament
- Regierungspartei: MRVP: 72 Sitze
- Oppositionsparteien: MNDP: 2 Sitze, "Zivilcourage"-Partei: 1 Sitz, MNSDP: 1 Sitz
- Gewerkschaften: Förderation der Mongolischen Gewerkschaftsorganisationen, Vereinigter Bund Freier
Mongolischer Gewerkschaften, Freie Gewerkschaft
- Mitgliedschaft bei: UN (1961), WHO (1962), UNESCO (1962), ITU (1964), UNICEF (1965), FAO (1973), IAOE
(1973), UNDP (1976), Weltbank (1991), ADB (1991), Bewegung der Blockfreien (1992), WTO (1997)
Quelle: Auswärtiges Amt, Länder- und Reiseinformationen,
http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/index_html (abgerufen im August 2002)
Verwaltungsstruktur
18 Provinzen: Arhangay, Bayanhongor, Bayan-Olgiy, Bulgan, Dornod, Dornogovi, Dundgovi, Dzavhan, Govi-Altay,
Hentiy, Hovd, Hovsgol, Omnogovi, Ovorhangay, Selenge, Suhbaatar, Tov
3 Stadtgemeinden: Darhan, Erdenet, Ulan Bator
Quelle: CIA, The World Factbook 2001, http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/index.html (abgerufen im
August 2002)
Ausgaben für das Gesundheitswesen
- Gesamtausgaben für Gesundheit:
6,2 % des BIP
24 US$ pro Kopf
- Öffentliche Ausgaben für Gesundheit:
65,4 % der Gesamtausgaben für Gesundheit
14,7 % der gesamten Regierungsausgaben
- Einnahmequellen für öffentliche Gesundheitsausgaben:
39,9 % aus Krankenversicherungen
55,3 % aus Steuereinnahmen
4,8 % aus externen Quellen
- Private Ausgaben für Gesundheit:
34,6 % der Gesamtausgaben für Gesundheit
Quelle: World Health Organization,
http://www.who.int/country/en (abgerufen im August 2002)
Die 1992 in Kraft getretene Konstitution der Mongolei garantiert seinem Volk ein gesundes und sicheres Umfeld
und das Recht auf medizinische Versorgung. Konkrete Umsetzung findet sich in der Strukturierung der
ländlichen Krankeneinrichtungen seit 1993, einem Paket von Gesetzen zur Sozialversicherung 1995, einem Antrag
für die Reform des Gesundheitswesens 1996 und Gesetzen zu Gesundheit, Hygiene und Drogen 1998. Im Juli 1996
wurden neue Komponenten in die Gesundheitspolitik der Regierung aufgenommen, wie z. B. die Entwicklung eines
Familienarzt-Systems, Akkreditierung von Gesundheitseinrichtungen und Lizenzierung von Mitarbeitern im
Gesundheitswesen.
Mit der neuen Konstitution änderte sich auch die Finanzierung des Gesundheitssystems von vollständig
staatlicher Finanzierung hin zu einer Kostenteilung zwischen Patienten, Regierung und Versicherung. Dies
führte zur Entwicklung eines Gesetzes zur Krankenversicherung (Health Insurance Law – HIL). Ziel bis
Ende 2002 ist es, die Kostenbeteiligung durch Versicherung und privates Aufkommen auf 60 % zu erhöhen,
die staatliche Finanzierung auf 40 % zu senken.
1997/1998 wurde mit Hilfe der WHO ein neuer Entwurf für die Gesundheitspolitik entwickelt. In einem Treffen
von Parlament, Ministern, Sekretären und Gouverneuren der Aimags wurde er diskutiert und dem Parlament Ende
1998 zur Abstimmung vorgelegt.
Der Gesetzentwurf sieht u. a. folgende Punkte vor:
- Verstärkte Prävention
- Partizipation von Gemeinden und verbesserte intersektorale Zusammenarbeit
- Dezentralisierung und verbesserter Gesundheitsservice zur besseren Effektivität und
Wirtschaftlichkeit
- Stärkung der Verantwortlichkeiten auf allen Ebenen
- Verstärkung der privaten Gesundheitsversorgung
- Stetige Senkung der Kinderkrankheiten und Kindersterblichkeit
- Starke Senkung der Müttersterblichkeit
- Verstärkte Bekämpfung übertragbarer Krankheiten (Tuberkulose, Hepatits B, HIV)
- Ausrottung von Polio und Tetanus
- Verstärkung der Frühdiagnose und verbesserte Behandlung von nicht übertragbaren
Krankheiten
- Verbesserte Ausbildung des Personals
Quelle: Webseite der Vereinten Nationen in der Mongolei:
http://www.un-mongolia.mn/who/part4.pdf
(abgerufen im August 2002)
Hauptsächliche Probleme bei der Umsetzung der Gesundheitspolitik
Problematische Lebensbedingungen:
- extreme klimatische Bedingungen
- geringe Bevölkerungsdichte (1,5 Einwohner pro Quadratkilometer)
- erschwerter Zugang zu medizinischer (Grund-)Versorgung aufgrund des nomadischen Lebensstiles
Probleme auf administrativer Ebene:
- keine eindeutige Politik bezüglich Problemübermittlung auf zentralem und Aimag-level, auch
bezüglich Ressourcenverteilung (z. B. personelle Überbesetzung oder zu viele Krankenhausbetten)
- Dezentralisation fand ohne klar definierte Rollen, Verantwortlichkeiten und Verantwortlichkeitsbeziehungen
zwischen den Ebenen des Gesundheitssystems statt
- wenig entwickelte Fähigkeiten und Fertigkeiten im Managementbereich
- Ungleichheit in den einzelnen Sektoren durch lokale Entscheidungen über das Budget, dadurch schwierige
Umsetzung nationaler Prioritäten und Politik
- durch die Entwicklung des privaten Sektors Abzug von qualifizierten Kräften aus dem staatlichen
Sektor
- nicht ausreichende Kooperation zwischen den Sektoren
- Meinungen der Klienten werden bei der Entwicklung der Serviceleistungen nicht ausreichend gehört
Quelle: Webseite der Vereinten Nationen in der Mongolei:
http://www.un-mongolia.mn/who/part4.pdf
(abgerufen im Juli 2002)
Demografische Indikatoren
- Gesamtbevölkerung: 2,4 Millionen
- Bevölkerungsprojektion für 2050: 3,9 Millionen
- Bevölkerungswachstum: 1,5 % pro Jahr
- Gesamtfruchtbarkeitsrate: 2,5 Kinder pro Frau
- Städtische Bevölkerung: 57 %
- Anteil < 15 Jahren: 34 %
- Anteil > 65 Jahren: 4 %
- Geschlechterverhältnis:
bei der Geburt: 1,05/1 männlich/weiblich
< 15 Jahre: 1,03/1 männlich/weiblich
15-64 Jahre: 1/1 männlich/weiblich
> 65 Jahre: 0,76/1 männlich/weiblich
Gesamtbevölkerung: 1/1 männlich/weiblich
- Lebenserwartung:
Frauen: 65 Jahre
Männer: 61 Jahre
Quellen:
CIA, The World Factbook 2001,
http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/index.html (abgerufen im August 2002)
Deutsche Stiftung Weltbevölkerung, DSW-Datenreport (Angaben Mitte 2002),
http://www.dsw-online.de/infothek_db.html (abgerufen im August 2002)
Indikatoren für reproduktive Gesundheit
- Säuglingssterblichkeit: 37 pro 1.000 Geburten
- Müttersterblichkeit: 65 pro 100.000 Geburten
- Anteil der HIV-infizierten Erwachsenen: weniger als 0,1 %
Quelle: Deutsche Stiftung Weltbevölkerung, DSW-Datenreport,
http://www.dsw-online.de/infothek_db.html (abgerufen im August 2002)
Ethnische Zusammensetzung, Religionen, Landessprachen
Bevölkerungsgruppen:
85 % Mongolen (Khalkha dominierend)
7 % Turkmenen (Kasachen dominierend)
4,6 % Tunguisten
3,4 % andere (v. a. Chinesen, Russen)
Religionen: Lamaistischer Buddhismus, Islam (Kasachen)
Landessprachen:
90 % Khalkha mongolisch
4,3 % Kasachisch
Russisch
Quelle: CIA, The World Factbook 2001, http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/index.html (abgerufen im August 2002)
Wirtschaftsdaten 2001
- Bruttosozialprodukt (BSP): 970 Mio. US$
- BSP pro Kopf: 400 US$
- Bruttoinlandsprodukt (BIP): 1,0 Mrd. US$
- Wachstum BIP: 1,4 %
- Inflationsrate (BIP Deflator): 8,8 %
- Anteil der unterhalb der nationalen Armutsgrenze lebenden Bevölkerung: 36 %
- Auslandsverschuldung: 885 Mio. US$
- Export von Gütern und Dienstleistungen: 653 Mio. US$
- Import von Gütern und Dienstleistungen: 815 Mio. US$
Wirtschaftsstruktur:
- Landwirtschaft: 30,5 % des BIP
- Industrie: 16,9 % des BIP
- Dienstleistungen: 52,6 % des BIP
Quelle: Worldbank, Country at a Glance Tables,
http://www.worldbank.org/data/countrydata/countrydata.html (abgerufen im August 2002)
Produktionszweige
Viehwirtschaft
- Primärindustrie
- durch Privatisierung Anfang der 90er Anwachsen des Viehbestandes von 25,3 Mio. (1990) auf über
33,6 Mio. (1999)
- hauptsächlich Ziegen zur Produktion von Kaschmirwolle
Probleme: Überweidung, mit zunehmender Viehzahl abnehmende Qualität der Viehprodukte, harte klimatische
Bedingungen
Industrie
- Kupferbergbau erstmals wieder 1999 Jahresgewinn (4 Mio USD)
Senkung der Auslandsverschuldung;
33 % Exportanteil, damit Hauptdevisenbringer des Landes
- Goldabbau und -export von ca. 11 Tonnen (1999)
gesicherte Goldreserve bei günstigen Abbaubedingungen bei 165 Tonnen
aufgrund günstiger Lagerungsverhältnisse kostengünstiger abzubauen
- Boom in der Kaschmirerzeugung 1999
erhöhte Nachfrage in Europa, Japan, USA, ausgebaute Weiterverarbeitungskapazitäten in China
Anstieg der Kaschmirexporte um fast 80 % auf 58 Mio US$;
entspricht ca. 17 % der Gesamtexporte; Kaschmir zweitgrößter Devisenbringer des Landes
- Förderung und Verarbeitung von Rohöl;
Erweiterung der Exporte nach China
Landwirtschaft
- abhängig von Getreideimporten
- Gemüseimporte aus China
Quelle: Wirtschaftsjahresbericht der Deutschen Botschaft Ulan Bator, April 2000
http://www.mongolei.net/wirtscha/wirtscha.html (abgerufen im Juli 2002)
Investitionen
- seit 1996 Mitglied der WTO
- stockende ausländische Investitionen durch verlangsamte Reformen und Rechtsunsicherheit
- wachsendes Interesse chinesischer Investoren
- wichtigstes Herkunftsland von Direktinvestitionen: China
- Russische Förderation: größter ausländischer Kapitaleigentümer
Beteiligung an Erdenet-Konzern (Kupfer, 49 %), mongolischer Staatseisenbahn (50 %), zahlreichen weiteren
Firmen
- westliche Unternehmen: Beteiligung an Bergbau, Textilindustrie, Tourismus
Bergbau und Erdölexploration: USA, Kanada, Australien
Tourismus: Japan, 80 % des Fremdenverkehrs, danach Deutschland
Bilaterale Handelsabkommen und Kooperationen mit Deutschland
Informationen zur bilateralen Handelsabkommen und Kooperationen finden sich unter:
Gemeinsame Erklärung über die Grundlagen der deutsch-mongolischen Beziehungen
Am 19. September 1995 unterzeichneten in Bonn der damalige Bundesminister des Auswärtigen,
Dr. Klaus Kinkel, und der Minister für Außenbeziehungen der Mongolei Tserenpiliin GOMBOSUREN eine
Gemeinsame Erklärung über die Grundlagen der deutsch-mongolischen Beziehungen.
Inhalte der Gemeinsamen Erklärung sind u. a.:
- weitere Entwicklung der freundschaftlichen Beziehungen und der Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern
- Bekräftigung der Bedeutung der Menschenrechte und Grundfreiheiten sowie der Demokratie als einziger
legitimer Regierungsform
- Förderung der Zusammenarbeit zwischen den Parlamenten und den Regierungen sowie den außenpolitischen
Entscheidungsträgern beider Länder
- aktive Hilfeleistung für die Mongolei beim Übergang zur marktwirtschaftlichen Ordnung
- Förderung des kulturellen Austauschs und Unterstützung der Medien in beiden Ländern
- Zusammenarbeit bei der Bekämpfung des internationalen Terrorismus, der organisierten Kriminalität
(insb. Rauschgiftkriminalität) und bei der Verhinderung von Geldwäsche
- Vorantreiben des Prozesses von Abrüstung und Rüstungskontrolle
- Aufnahme bilateraler militärpolitischer Kontakte als geeigneter Beitrag zur Förderung der
internationalen Stabilität und Friedenssicherung
- Stärkung des multilateralen Handelns besonders im Rahmen der Vereinten Nationen bei der Beseitigung von
Krisen- und Konfliktherden, der Überwindung der Unterentwicklung, der Verschuldung in den
Entwicklungsländern und der Demokratisierung der Weltwirtschaftsbeziehungen
Ausführliche Informationen zur Gemeinsamen Erklärung:
http://www.mongolei.de/offiziel/erklaeru.htm
Informationen zum Abkommen über kulturelle Zusammenarbeit:
http://www.mongolei.de/offiziel/kultur.htm
Quelle:
http://www.mongolei.de/offiziel/erklaeru.htm (abgerufen im Juli 2002)
Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland im Jahr 2000
- Ungleichgewicht zwischen Im- und Export, trotz um 10 % gesteigerter Exportleistung
- Rückgang des deutschen Exports um ca. 65 % durch allgemeine Importsteuer von 5 % und
Verbrauchssteuern auf traditionelle deutsche Importprodukte (z. B. Bier)
- enge Kontakte zwischen Lufthansa-Technik und MIAT
- positive Entwicklung der deutschen Brauerei Khan Bräu
- derzeit noch keine Niederlassungen deutscher Geschäftsbanken
- 1995 Gründung der "Mongolia-German Business Council":
Zusammenschluss mongolischer Unternehmen mit Interesse an Ausweitung des Handels nach Deutschland
Probleme ausländischer Investoren: Finanznot der Mongolei, fehlendes Vertrauen in mongolische
Vertragspartner, nicht immer funktionierendes Rechtssystem, teilweise nicht nachvollziehbare Verwaltungsakte der
mongolischen Regierung
Quelle: Wirtschaftsjahresbericht der Deutschen Botschaft Ulan Bator, April 2000
http://www.mongolei.net/wirtscha/wirtscha.html (abgerufen im Juli 2002)
In der Monglei herrscht Frieden. Die Lage im Innenland ist stabil und es gibt keine Konflikte.
Es gibt ein funktionierendes Sicherheitssystem. Die Menschen können unbehelligt ein- und ausreisen.
Informationen zu Fragen zu Visa: http://www.extmin.mn
In der Monglei wird das kontinental-europäische Rechtssystem angewandt.
Nach Meinungsumfragen der Sant-Maral-Stiftung sind die 10 wichtigsten politischen, wirtschaftlichen und sozialen
Probleme in der Mongolei die folgenden:
- Arbeitslosigkeit: 29 %
- Armut: 19 %
- Betriebswirtschaft: 13 %
- Ausbildung/Bildungssystem: 12 %
- Lebensstandard: 10 %
- Wirtschafslage: 9 %
- Rechtsgebung: 7 %
- Niedriges Einkommen: 6 %
- Alkoholismus: 5 %
- Steuern/Steuererhöhung: 5 %
| website sponsored by:
Bundesamt für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge (BAFl) through European Refugee
Fund (ERF), and Zentralstelle für
Arbeitsvermittlung (ZAV) through Bundesministerium für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) |