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Networking Asia / Africa / Southeast Europe |
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Arbeitsmarkt, Berufliche Wiedereingliederung, Regulierung der Arbeit, Existenzgründung, Banken- und Kreditsystem
Die Arbeitslosigkeit ist ein großes Problem (2000: 10 % und ca. 25 % Unterbeschäftigung) und wurde in den Jahren des Reformkurses vor allem durch den Zuwachs an Unternehmen im Privatsektor gemildert. In diesem Sektor ist auch zukünftig mit steigenden Stellenzahlen zu rechnen, da viele Staatsbetriebe sich noch im Privatisierungsprozess befinden und Stellen abbauen.
Prinzipiell steigen die Chancen bei der Stellensuche mit der Höhe der Qualifizierung. Es besteht ein sehr großer Bedarf an qualifizierten Arbeitnehmern, sowohl im Facharbeiterbereich als auch bei Absolventen von Hoch- und Fachschulen.
Gut ausgebildete Hoch- und Fachschulabsolventen, vor allem solche mit einem ausländischen Abschluss finden sehr leicht eine qualifizierte Tätigkeit und dies vor allem bei Abschlüssen im technischen Bereich, einschließlich Informations- und Kommunikationstechnik. Facharbeiter werden vor allem in der Bekleidungsindustrie und im sonstigen produzierenden Gewerbe gesucht.
Eine finanzielle Unterstützung während der Arbeitssuche gibt es seitens des Staates nicht. An Gesetzen und Regelungen für eine Arbeitslosenversicherung wird seit längerer Zeit gearbeitet, wann diese in Kraft treten wird ist unbekannt.
Anlaufstellen für Auskünfte sind die jeweiligen Ämter für Arbeit, Invaliden und soziale Angelegenheiten (DOLISA: Department of Labour, Invalids and Social Affairs). (siehe dazu auch Pkt.1.1)
Für eine Bewerbung werden üblicherweise folgende als Formulare in Buchhandlungen und Schreibwarengeschäften erhältliche Unterlagen benötigt:
Die oben genannten Unterlagen sind vollständig mit Zeugnissen (beglaubigte Kopien) zu belegen. Zur ggf. notwendigen Vorlage sind ein gültiges Personaldokument und die Originale der erzielten Abschlüsse (falls im Ausland erworben, mit amtlich bestätigter Übersetzung) zum Nachweis der bisherigen Qualifikation bereit zu halten.
Die Bewerbung erfolgt zunächst im Regelfall schriftlich. Kontaktaufnahmen können aber auch per Telefon oder Internet erfolgen. Im zweiten Schritt werden Bewerbungsgespräch durchgeführt.
Das Gespräch wird um so professioneller geführt, je qualifizierter die Stelle ist und ob ggf. ausländische Unternehmen oder Partner involviert sind. Übliche Bewerbungsgespräche in vietnamesischen Einrichtungen (vor allem Staatssektor) sind eher als sehr formal einzuschätzen.
In den folgenden Zeitungen kann man Stellenanzeigen finden:
"mua&ban" (Anzeigenblatt "An- und Verkauf") nur in den Großräumen Hanoi und HCM City:
| Sprache | Kosten | Adresse | |
| Suche | Anzeige | ||
| Englisch | - | - | http://www.vietjob.com |
| Englisch | - | - | http://www.accessvietnam.net |
| Englisch | - | - | http://www.firmlist.com |
| Englisch | - | - | http://www.jobs.asiaco.com |
| Englisch | - | - | http://www.jobs.asiadragons.com |
| Englisch | frei | - | http://www.vietnamonline.com |
| Englisch | frei | 165 USD für 10 Anzeigen | http://www.vietnamskills.com |
| Englisch | frei | 165 USD für 10 Anzeigen | http://www.vietnamworks.com |
Stellengesuche bei Zeitungen sind per Formular direkt im jeweiligen Servicebüro des Blattes, teilweise aber auch per Telefon oder E-Mail aufgebbar. Da der bargeldlose Zahlungsverkehr nach wie vor in Vietnam unüblich ist, muss die Bezahlung immer in bar geleistet werden. Kleinanzeigen für Jobsuche im regionalen Anzeigenblatt "mua&ban" (erscheint 4 bis 5x pro Woche) kosten ab 8.000 VND (ca. 0,5 EUR) pro Anzeige.
Anzeigen in überregionalen Blättern liegen im Preis deutlich höher, ca. ab 30 EUR. Kosten im Internet siehe Tabelle oben.
Anlaufstellen zur Stellenvermittlung sind die jeweiligen Ämter für Arbeit, Invaliden und soziale Angelegenheiten (DOLISA: Department of Labour, Invalids and Social Affairs).
Adressen:
Neben diesen, den jeweiligen Provinzen untergeordneten Einrichtungen gibt es noch den größeren Städten zugehörende wie z.B.:
Leistungen:
Arbeitsuchende sollten sich in erster Linie an die jeweils lokal (je Provinz) zuständigen Zentren für Arbeitsservice (CES – Center for Employment Service) wenden, die DOLISA unterstehen. Diese haben das staatliche Mandat für Berufsberatung, Stellenvermittlung und Weiterbildung.
Kosten:
keine außer durch CES nachweisbarer Aufwand z.B. für Kommunikation etc.
Es gibt eine unüberschaubare Anzahl von privaten Agenturen zur Stellenvermittlung, die sich oft vor allem mit dem lukrativen Geschäft der Vermittlung von Arbeitsstellen und/oder Studienplätzen im Ausland beschäftigen.
Besonders in den Städten gibt es eine sehr hohe Nachfrage nach Arbeitsplätzen, so ist für private Stellenvermittler der Arbeitsmarkt ein gutes Geschäftsfeld. Unter den privaten Stellenvermittlern gibt es eine Reihe "schwarzer Schafe". Zur Sicherheit sollte bei der Wahl der Agentur die Zulassung derer durch das Ministerium für Arbeit, Invaliden und soziale Angelegenheiten hinterfragt werden.
Die direkte Kontaktaufnahme zu Firmen ist ein durchaus üblicher Weg. Wesentlich üblicher ist aber die Nutzung informeller Kontakte, also über Bekannte und Verwandte. Auf diese Art und Weise werden oft Arbeitsplätze besetzt, auch wenn Qualifikation und Eignung usw. der Person nicht optimal sind. Besonders begehrt sind Arbeitsplätze bei staatlichen Unternehmen, vor allem wegen der höheren Arbeitsplatzsicherheit. Es ist ein offenes Geheimnis, dass für Arbeitsplätze, insbesondere staatliche, hohe Summen an verdeckten Zahlungen geleistet werden müssen.
Für die berufliche Eingliederung sind in jedem Falle ein gültiges Personaldokument und die Originale der erzielten Abschlüsse (mit amtlich bestätigter Übersetzung) zum Nachweis der Qualifikation notwendig.
Innerhalb des Nachfolgeprogramms zur Reintegration von Rückkehrern wurden durch das Deutsch-Vietnamesische Existenzgründungsprogramm (Kooperation ded – DEG) KMU-Beratungsbüros in allen Landesteilen gegründet. Diese sind Anlaufstellen vor allem für Existenzgründer.
Es kann auch das Büro des ded für Existenzgründungsfragen und sonstige Reintegrationsfragen kontaktiert werden.
Deutsch-Vietnamesisches Existenzgründungsprogramm
6 Nga 32 To Ngoc VanTay Ho, Hanoi
Tel.: (04) 82 39 822 / 82 90 125 / 8294 431
Fax: (04) 82 94 381
E-Mail: returnee@netnam.org.vn
KMU-Beratungsbüro Hanoi bei:
HCES – Hanoi Center for Employment Service
E6B Ta Quang Buu, Bach Khoa, Hanoi
Tel.: (04) 86 91 209, 78 40 650
Fax: (04) 86 81 587
E-Mail: dvvlhn@hn.vnn.vn
KMU-Beratungsbüro Danang:
NEDCEN – Non-state Economic Development Center
40 Le Duan, Da Nang
Tel.: (0511) 89 20 04
Fax: (0511) 89 97 952
E-Mail: tmcnedcen@yahoo.com
KMU-Beratungsbüro HCM-City:
HCMCES – HCM City Center for Employment Service
153 Xo Viet Nghe Tinh-P.17-Q.BT
Tel.: (08) 89 97 951
Fax: (08) 89 97 952
E-Mail: accthcmces89@hcm.vnn.vn
Kontakt zum Deutsch-Vietnamesischen Unternehmerclub findet man über die vier oben genannten Adressen oder über den Vorsitzenden des Clubs direkt:
Herr Nguyen Trung Thuc
256 (270) Thuy Khue, Tay Ho, Hanoi
Tel.: 04-8 47 08 91
Mobil: 090 3 43 15 12
Die einzig gesetzlich zugelassene Gewerkschaftsvereinigung ist der Allgemeine vietnamesische Gewerkschaftsbund, dem etwa 3,8 Millionen Mitglieder angehören. Ein 1994 verabschiedetes Arbeitsgesetz räumt Arbeitern erstmals ein Streikrecht ein.
Arbeitsverträge können sowohl mündlich als auch schriftlich abgeschlossen werden. Die gesetzlich vorgeschriebene Wochenarbeitszeit (5-Tage-Woche) beträgt 8 Stunden und der gesetzlich fixierte monatliche Mindestlohn liegt bei 210.000 VND (ca. 13,55 EUR).
Die Löhne sind, abhängig von der Tätigkeit und der erreichten Qualifikation in Lohngruppen eingeteilt. Die Gehälter bestehen im Regelfall aus einem Grundgehalt und einem per Vertrag zu vereinbarenden Zuschlag der je nach Fall leitungsabhängig sein kann und/oder für besondere Aufwendungen (Transport, Verpflegung, Bekleidung u. a.) gedacht ist. Im Regelfall wird vertraglich ein 13. Monatsgehalt gezahlt.
Abfindungen berechnen sich üblicherweise aus dem Produkt der Betriebszugehörigkeit in Jahren und 50 % des Grundgehaltes.
Ein staatliches Kindergeld gibt es nicht, dafür oft eine einmalig Zuwendung des Arbeitgebers.
Der gesetzlich geregelte Urlaubsanspruch liegt bei einem Mindesturlaub von 12 und einem Maximum von 18 Tagen.
Im Krankheitsfalle wird für 6 Wochen pro Jahr das Gehalt zu 100 % weiter gezahlt. Mütter erhalten einen Mutterschaftsurlaub unter gleichen Bedingungen für 4 Monate und danach 1 Stunde Stillzeit (also nur 7 Stunden Arbeitszeit pro Tag) bis zum Kindesalter von 1 Jahr.
Sozialabgaben werden gesetzlich vorgeschrieben:
Sozialversicherung (Rentenversicherung): Arbeitgeberanteil 15 %,
Arbeitnehmeranteil 5 % (jeweils vom Grundgehalt)
Krankensicherung: Arbeitgeberanteil 2 %, Arbeitnehmeranteil 1 %
(jeweils vom Grundgehalt)
Die Gründung von Unternehmen wurde mit dem neuen Unternehmensgesetz von 1999 wesentlich erleichtert. Im Allgemeinen genügt die Anmeldung per Formular beim jeweiligen "Amt für Planung und Investitionen" (DPI – Department for Planning and Investment). Nur noch für wenige Geschäftsfelder sind zusätzliche Genehmigungen erforderlich.
Das beim DPI einzureichende Formular umfasst folgende Hauptinhalte:
Die gesetzlich vorgeschriebene Bearbeitungszeit des DPI für die Registrierung des jeweiligen Unternehmens beträgt lediglich 2 Wochen.
CES Hanoi, NEDCEN Da Nang, CES HCM-City, SMEDEC bieten Seminare für Existenzgründer und weiterführende betriebswirtschaftliche Angebote sowie Kreditberatung. Die Kosten für Seminare betragen ca 300.000 bis 500.000 VND pro 6-10 Tage-Kurs, SMEDEC: 700.000 VND.
| Staatlich | |
| Staatssektor | Staatsbetriebe und halbstaatliche Betriebe* |
| Staatskapitalistischer Sektor | Halbsstaatliche Betriebe, sich intern privatisierende Betriebe und Joint-Ventures |
| Nicht-staatlich | |
| Kollektivsektor | Landwirtschaftliche und kleinindustrielle Kooperativen, Produktionsgruppen |
| Privatkapitalistischer Sektor | Kleinbetriebe im Verarbeitenden Gewerbe, Handel und anderen Dienstleistungen, größere Privatbetriebe und reprivatisierte Staatsbetriebe |
| Familienbetriebe | Familien, Ein-Mann-Betriebe |
*Gemeint sind verstaatlichte Betriebe, bei denen das Management in der Hand des ehemaligen Privatbesitzers geblieben ist.
| Rechtsform | Charakteristika |
| Privatbetrieb | Oft privatisierte Staatsbetriebe |
| Gesellschaft | Oft privatisierte Staatsbetriebe, Gesellschaften Joint
Ventures
|
| Kooperative | Landwirtschaftliche und kleinindustrielle Produktion |
| Produktionsgruppe | Landwirtschaftliche und kleinindustrielle Produktion |
| Kleinbetrieb | Kleinbetriebe im Verarbeitenden Gewerbe, Handel und anderen Dienstleistungen, größere Privatbetriebe und reprivatisierte Staatsbetriebe |
| Familienbetrieb | Familien, Ein-Mann-Betriebe |
Die Festlegung von Mindestkapitalanforderungen für private Unternehmen und Gesellschaften dient unter anderem der Regelung des Zuganges für Unternehmen zu der jeweiligen Branche. Gesellschaften müssen grundsätzlich eine höhere Kapitalausstattung vorweisen als Einzelunternehmen. Das niedrigste Mindestkapital ist für den Einzelhandel erforderlich. Die zum Teil sehr hohen Mindestkapitalanforderungen erschweren den Marktzutritt für Privatunternehmen, dienen der staatlichen Kontrolle des Zugangs zu gewissen Branchen und sollen Staatsunternehmen vor der Konkurrenz aus dem Privatsektor schützen.
| Branche | Mindestkapitalanforderungen nach Rechtsform in Mio. VND | ||
| Privatbetrieb | GmbH | AG | |
| Herstellung von Maschinen, Werkzeugen, Ausrüstungen | 150 | 1000 | 1000 |
| Reparatur von Maschinen | 40 | 300 | 300 |
| Weben, Färben, Nähen | 150 | 300 | 500 |
| Rattan- und Bambusprodukte | 25 | 200 | 300 |
| Hand- und kunstandwerkliche Produkte | 80 | 150 | 200 |
| Nahrungsmittel | 40 | 50 | 150 |
| Landwirtschaft, Pflanzenproduktion | 35 | 50 | 100 |
| Gütertransport | 130 | 300 | 800 |
| Hotels | 150 | 250 | 500 |
Für die Gründung einer Gesellschaft sind folgende vertraglich festgelegte Daten erforderlich:
Die Industrie- und Handelskammer orientiert ihre Arbeit im wesentlichen an größeren (staatlichen) Betrieben mit Exportkapazität. Unternehmerverbände bestehen bisher nur als recht lose Zusammenschlüsse mit geringen Einflussmöglichkeiten und kaum Serviceangeboten.
VCCI – Industrie- und Handelskammer
Internet:
http://www.vcci.com.vn
Die Gründung von Unternehmen wurde mit dem neuen Unternehmensgesetz von 1999 wesentlich erleichtert. Im Allgemeinen genügt die Anmeldung per Formular beim jeweiligen "Amt für Planung und Investitionen" (DPI-Department for Planning and Investment). Nur noch für wenige Geschäftsfelder sind zusätzliche Genehmigungen erforderlich.
Das beim DPI einzureichende Formular umfasst folgende Hauptinhalte, die ggf. mit zusätzlichen Dokumenten belegt werden müssen:
Im Regelfall (teilweise Unterschiede bei Lokalbehörden) müssen die Unterlagen in 3 Kopien eingereicht werden.
Die Gründungsunterlagen müssen beim "Amt für Planung und Investitionen" (DPI-Department for Planning and Investment) der jeweiligen lokalen Verwaltungsbehörden (Volkskomitee) eingereicht werden.
Die gesetzlich vorgeschriebene Bearbeitungszeit des DPI für die Registrierung des jeweiligen Unternehmens beträgt lediglich 2 Wochen.
Die Gebühren zur Bearbeitung der jeweiligen Gründungsunterlagen schwanken zwischen 0 und mehreren Millionen VND, je nach Rechtsform und erforderlicher zusätzlicher Dokumente. Kleinunternehmen (Familienbetriebe usw.) zahlen keine oder nur geringe, Gesellschaften die höchsten Gebühren.
Eigentümer von gewerblichen Schutzrechten sollten diese in Vietnam registrieren lassen, um sie gegen Missbrauch durch Dritte zu schützen. Durch die Registrierung von Schutzrechten wird die ausschließliche Inhaberstellung des Antragstellers statuiert. Der Inhaber eines registrierten Schutzrechtes hat das Recht, frei darüber zu verfügen, sei es durch selbständige Nutzung oder durch Übertragung auf Dritte.
Die Bewertung, Genehmigung, Registrierung und Durchsetzung von gewerblichen Schutzrechten obliegt der Nationalen Behörde für gewerbliche Schutzrechte (National Office of Inventions), einer dem Ministerium für Wissenschaft und Technolgie (MOST) unterstellten staatlichen Behörde. Vietnam benutzt das internationale Klassifikationsmodell für die Registrierung von Schutzrechten, obwohl es nicht Mitglied des Nizzaer Abkommen über die internationale Klassifikation der Waren und Dienstleistungen für die Eintragung von Marken ist.
Die konkrete Schutzdauer ist von der Art des Schutzrechtes abhängig, Verlängerungen sind jedoch durch rechtzeitigen Antrag (sechs Monate vor Ablauf des Schutzes) möglich.
Die Laufzeit beträgt für:
Eigentümer von gewerblichen Schutzrechten müssen die Registrierung bei der Nationalen Behörde für gewerbliche Schutzrechte beantragen. Dieses unterzieht die Anträge dann einer formalen und inhaltlichen Überprüfung, bevor es eine Registrierungsurkunde ausstellt.
Registrierte Warenzeichen werden automatisch in den Sprachen Vietnamesisch, Chinesisch, Russisch, Französisch und Englisch geschützt (in der jeweiligen Bedeutung). Die Nationale Behörde für gewerbliche Schutzrechte ist auf Anfrage bei der Suche nach eventuellen identischen oder ähnlichen bereits registrierten Schutzrechten behilflich. Mit Erhalt des Registrierungszertifikats ist das jeweilige Schutzrecht innerhalb Vietnams gegen jeglichen Missbrauch geschützt.
Gegenwärtig ist ein wirksamer Schutz gewerblicher Schutzrechte in Vietnam noch nicht Vollständig gewährleistet. Die bisherigen Regelungen zur Wahrung, bzw. für ein Vorgehen gegen Schutzrechtsverletzungen sind in der Praxis der Durchsetzung gewerblicher Schutzrechte noch problematisch.
Nach wie vor dominieren die Banken des staatlichen Sektors. Die Konditionen dieser Banken sind ähnlich. Der bargeldlose Zahlungsverkehr nimmt im Geschäftsleben zunehmen mehr Raum ein.
Die Kontoführung selbst ist in der Regel kostenfrei, jedoch ist eine Mindesteinlage (ca. 0,8 Mio.VND/ca. 50 EUR) zur Kontoeröffnung und Kontoführung notwendig.
Für jede Transaktion (Überweisungen, Auszahlungen usw.) werden Gebühren fällig, die sich am jeweiligen Betrag ausrichten.
Überziehungsgebühren sind in der Regel bis zu etwa doppelt (bis zu 1 % pro Monat) so hoch wie übliche Bankzinsen für Kredite.
Vereinbart werden können Ermächtigungen für Einzelpersonen, mehrere Personen gleichberechtigt und/oder mehrere Personen gleichzeitig, d.h. Zwang zur gleichzeitigen Verfügung.
Geschäftsräume können z.B. über Immobilienmakler oder Anzeigen gefunden werden. Ein großes Angebot ist in den Anzeigenblättern zu finden:
"mua & ban" ("An- und Verkauf") nur in den Großräumen Hanoi und HCM City:
Mieten für Gewerberäume schwanken sehr, liegen durchschnittlich im Bereich zwischen 20.000 und 200.000 VND/m2.
Für Steuerzahlungen verantwortlich sind die jeweils lokal zuständigen Steuerämter. Steuerzahlungen können bei größeren Unternehmen/Beträgen per Überweisung erfolgen, kleinere Unternehmen zahlen nicht selten direkt an Mitarbeiter der Finanzbehörde.
Es gibt vier Steuersätze: 0 %, 5 %, 10 % und 20 %, diese korrespondieren mit vier Arten von Gütern und Dienstleistung. Die Mehrzahl der Gütertransaktionen und Dienstleistungen werden mit 10 % versteuert. Exportgüter werden mit 0 % Mehrwertsteuer beaufschlagt.
Der zu versteuernde Gewinn ermittelt sich aus den Einnahmen des Betriebes abzüglich seiner Kosten.
| Sektor | Unternehmensgewinnsteuer |
| Schwerindustrie | 25 % |
| Leichtindustrie | 35 % |
| Dienstleistungen | 45 % |
Auf alle Arten von Einkommen ist die Einkommenssteuer zu zahlen.
| Steuerbemessungsgrundlage: monatliches Einkommen |
Steuer |
| 3.000.000 – 6.000.000 | 10% |
| 6.000.000 – 9.000.000 | 20 % |
| 9.000.000 – 12.000.000 | 30 % |
| 12.000.000 – 15.000.000 | 40 % |
| über 15.000.000 | 50 % |
Bei kleinen und kleinsten Betrieben ist es Praxis der Steuerbehörde, neben der Bemessung der Steuern nach den obigen Grundlagen, die jeweiligen Steuern zu schätzen bzw. pauschal festzulegen.
Steuervorteile bestehen (entsprechend dem Inlandsinvestitionsgesetz) in Abhängigkeit von speziellen Tätigkeitsfeldern, Wirtschaftszweigen und Regionen. Darunter fallen:
Außerdem kommen Investoren in den Genuss von Präferenzen u.a. bei:
Als förderungswürdig eingestufte Projekte können danach von zahlreichen steuerlichen Vergünstigungen profitieren. Sie haben ebenfalls Anrecht auf Zuteilung einer Gewerbefläche zur langfristigen Nutzung. Bei Übernahme noch nicht in wert gesetzter Böden müssen fünf Jahre lang keine Bodensteuern oder Pachtgebühren gezahlt werden.
Die einzige Pflichtversicherung ist zur Zeit die Sozial- und Krankenversicherung, dieser sind alle abhängig Beschäftigten und selbständig Tätigen unterworfen (siehe Tabelle).
Der Abschluss von Versicherungen für Geschäftsrisiken ist noch nicht sehr gebräuchlich, möglich sind aber seit einigen Jahren eine breite Spanne von Versicherungen, auch ausländischer Anbieter.
Empfohlen werden insbesondere Personenversicherungen (Leben, Unfall, Krankenhaus- und Operationsversicherungen) für selbständige Unternehmer und deren Angehörige. Besonders Krankenhaus- und Operationsversicherungen sind anzuraten, da diese Risiken mit der gesetzlichen Versicherung völlig unzureichend abgedeckt sind.
Für Kraftfahrzeuge aller Arten besteht der Versicherungszwang zur Haftpflichtversicherung. Diese beträgt für einen PKW ca. 100 EUR pro Jahr.
Vietnamesische Versicherungsagenturen (Auswahl)
Ausländische Versicherungsagenturen (Auswahl)
Die wichtigsten Anlaufstellen zum Finden von Mitarbeitern sind die jeweiligen Ämter für Arbeit, Invaliden und soziale Angelegenheiten (DOLISA: Department of Labour, Invalids and Social Affairs) sowie private Vermittler (siehe Agenturen für Stellenvermittlung). Insbesondere für höher qualifizierte Stellen wird die Suche über Inserate in Zeitungen bzw. Im Internet empfohlen (siehe auch Stellenanzeigen).
Neben der Festanstellung gibt es die Möglichkeit des Honorarvertrages.
Es fallen Sozialversicherungsbeiträge an. Dazu ausführlich unter Renten- und Sozialversicherung.
Kündigunsgsfristen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber sind gleich und abhängig von der Laufzeit des Arbeitsvertrages:
Die Rechte und die Interesse der Arbeitnehmer werden durch die Gewerkschaftsorganisation vertreten und verteidigt. Die Arbeitgeber sind gesetzlich verpflichtet, die Arbeit der Gewerkschaft zuzulassen. Das Mitspracherecht bei der Aushandlung von Tarifverträgen wird daher in erster Linie über die Gewerkschaft ausgeübt. Tarifverträge werden zwischen den jeweiligen Repräsentanten der Gewerkschaft und der Arbeitgeberseite ausgehandelt. Ein Tarifvertrag kann nur abgeschlossen werden, wenn die Zustimmung von mehr als 50 % der Arbeitnehmer vorliegt.
Die Verdienste schwanken zwischen den ländlichen Regionen und den urbanen Zentren extrem. Wenn in den Großstädten monatliche Verdienste von 300 bis 1.000 EUR möglich sind, liegen diese in den strukturschwachen ländlichen Gebieten oft bei 20 bis 30 EUR.
Angestellte in staatlichen Betrieben erhalten etwa ab 50 EUR, Näherinnen ab ca. 40 EUR und qualifizierte Mitarbeiter (Computerarbeit) etwa ab 100 EUR pro Monat.
| Basis Bruttolohn | Basis Nettolohn | |
| Beitrag Arbeitnehmer | 7 % des Bruttolohnes als Beitrag zur Sozial- und Krankenversicherung | kein Beitrag zur Sozial- und Krankenversicherung |
| Arbeitnehmer führt Einkommenssteuer ab | Arbeitnehmer führt keine Einkommenssteuer ab | |
| Beitrag Arbeitgeber | 17 % des Bruttolohnes als Beitrag zur Sozial- und Krankenversicherung | 23 % des Bruttolohnes als Beitrag zur Sozial- und Krankenversicherung |
| Arbeitgeber führt keine Einkommenssteuer für Arbeitnehmer ab | Arbeitgeber führt Einkommenssteuer für Arbeitnehmerab |
Informationen zu Versicherungsunternehmen und deren Angebote/Leistungen sind zu finden unter:
| Inländische Anbieter | Adresse | Telefon |
| Vietnam Insurance Corporation(BAOVIET) | 35 Hai Ba Trung, Hoan Kiem | (04) 826 26 32 (04) 934 32 33 |
| Petrolimex joint stock insurance company | 22 Lang Ha | (04) 776 08 65 |
| BAOMINH Joint-Venture Insurance Company. | 57 Hang Chuoi | (04) 21 02 27 |
| United Insurance Company | 649 Kim Ma Str | (04) 833 70 37 |
| Vietnam International Assurance Company | 23 Phan Chu Trinh | (04) 933 07 01 |
| Ausländische Anbieter | Adresse | Telefon |
| Prudential | Room D&E 1/F 63 Ly Thai To, D Hoan Kiem Hanoi |
(04) 934 55 80 |
| Chinfon Manulife | Prime Centre Building 1/F and 13, 15/F 53 Quang Trung, D Hai Ba Trung | (04) 943 29 51 |
| AIA | 5/F, V-Tower Building, 649 Kim Ma | (04) 833 68 85 |
| Allianz-AGF | 2/F, 17 Ngo Quyen Building | (04) 934 58 94 |
Begründet mit der Vielzahl an Möglichkeiten zur Existenzgründung kann an dieser Stelle nur an einem Beispiel für ein eher kleines Unternehmen (8 Angestellte) der Finanzbedarf dargestellt werden.
| Kostenarten | in Mio. VND | in EUR* | Bemerkungen |
| Gründungskosten | |||
| Beratungen: Rechtsanwalt, Steuerberater, Unternehmensberater |
>1,0 | 60 | |
| Eintrag Handelsregister, Notar: Eintragsgebühr, Notargebühr | >1,0 | 60 | |
| Gebühren: Anmeldungen, Genehmigungen |
>1,0 | 60 | |
| Sonstiges: Fortbildungskosten, Reisekosten usw. |
>5,0 | 300 | |
| Langfristige Investitionen | |||
| Grundstück/ Gebäude: Miete, Gas/Strom/Wasser/Heizung, Reinigung, Instandhaltung, inklusive Nebenkosten wie Notar, Grundgewerbesteuer |
>500 | 30.000 | Extreme Schwankungen im Bodenpreis je nach Lagemöglich:z.B.: 0,1 bis 6 Mio. VND/qm |
| Bau- und Umbaukosten: inklusive Nebenkosten, Planungsaufwand |
>300 | 18.000 | durchschnittliche Baukosten in der Stadt ab ca.1.5 Mio. VND/qm |
| Maschinen/Geräte/Produktionsanlagen: inklusive Nebenkosten, Aufwand für Installation und Inbetriebnahme |
>300 | 18.000 | |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung: Ausstattung vonBüroräumen, Lager, Labor, EDV-Anlagen, Telefonanlagen, Werkzeuge |
>100 | 6.000 | |
| Fuhrpark | >300 | 18.000 | |
| Patente/Lizenzen | >100 | 6.000 | |
| Sonstiges | >200 | 12.000 | |
| Kurzfristige Investitionen | |||
| erster Waren-/ Materialbestand: Handelswaren, fertige Erzeugnisse, halbfertige Erzeugnisse, Rohmaterial |
>200 | 12.000 | |
| Betriebskosten für die Gründungsphase: laufende Kosten wie Personal, Miete, Raumkosten, Kfz-Kosten, Telefon, Reisekosten, Versicherung, Gebühren, Beiträge | >300 | 18.000 | |
| Marketing | >50 | 3.000 | |
| Sonstiges | >100 | 6.000 | |
*Umrechnungsbasis: 1 EUR = 17.000 VND
Traditionell besteht nach wie vor kein besonders großes Vertrauensverhältnis zu den Banken. Das bedeutet, dass die primäre Finanzierungsquelle für privatwirtschaftliche Betätigung Privatkredite aus der Familie oder dem Freundeskreis sind.
Staatliche Banken bestimmen das Bankensystem, die Staatsbank legt die Konditionen für die Geschäftsbanken fest. Vereinzelte Privatbanken genießen wenig Vertrauen.
Zwei deutsche Kooperationsprogramme der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) und
der DEG (Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH) unterstützen die
Entwicklung von Klein- und Mittelbetrieben durch Kreditlinien in Zusammenarbeit mit
der
Industrial and Commercial Bank of Vietnam
108 Tran Hung Dao, Hanoi
Tel.: (04) 9421194, 9421195
Fax: 9421148
Die Zinssätze (Juli 2002: 0,59 % pro Monat) sind in der Regel marktübliche und orientieren sich an der jeweils von der Staatsbank festgelegten Höhe. Als Sicherheiten akzeptieren die Banken lediglich Immobilien und Landnutzungsrechte.
Nach wie vor sind Privatkredite aus der Familie oder dem Freundeskreis die primäre Finanzierungsquelle für privatwirtschaftliche Betätigung.
Staatliche Banken bestimmen das Bankensystem, die Staatsbank legt die Konditionen für die Geschäftsbanken fest. Vereinzelte Privatbanken genießen wenig Vertrauen. Kreditprogramme privater Kreditgeber sind unbekannt.
Kreditlinien, besonders langfristige und zur Existenzgründung geeignete, konnten sich in den letzten Jahren etablieren.
| Programm | Regel-Laufzeit | Zinssatz (%)* |
Höchstbetrag | Voraussetzungen |
| Vietnamesisch-Belgisches Kreditprojekt – VPCB (Vietnamese
Belgian Credit Project) über Frauenunion** |
bis zu 12 Monate | 12,2 pro Jahr | 500.000 bis 2,5 Mio. VND (30 – 150 EUR) | Kredit-Modell für Gruppen von jeweils 10 Frauen. Kredit gebunden an Produktionsaktivitäten und Landwirtschaft |
| Selbsthilfeprojekt MATERRA über Frauenunion*** |
6 Monate bis zu 2 Jahren | 0,6 bis 0,8 pro Monat | 500.000 bis 3 Mio. VND (30 – 180 EUR) | Kredit-Modell für Frauengruppen |
Auszahlung: 100%
Zins-Bindungs-dauer: Gesamte Laufzeit
Sicherheit: Keine
* Stand: 12. Juni 2003. Der jeweils gültige Zinssatz orientiert sich an der Vorgabe der Staatsbank und wird von der Bank in der Regel nur als monatlicher Zinssatz ausgewiesen.
** in den Provinzen: Hung Yen, Hai Phong, Tuyen Quang, Quang Binh, Quang Tri, Quang Nam, Da Nang, Dong Thap, Binh Thuan, Dong Nai
*** in Hoa Son, Provinz Hoa Binh (in 10 Dörfern)
Mittel- und langfristige Darlehen für Existenzgründer und KMU:
Bank: INCOMBANK (Industrial and Commercial Bank of Vietnam)
108 Tran Hung Dao, Hanoi
Tel.: 04-942 11 94
Fax: 942 11 48
http://www.icb.com.vn
| Programm | Höchstbetrag |
| Deutsch-Vietnamesisches Existenzgründungsprogramm (Deutscher Partner: DEG, KfW-Gruppe) |
75.000 EUR (ca. 1,275 Mrd. VND) |
| Kreditprogramm für Rückkehrer (Deutscher Partner: KfW) |
150.000 EUR (ca. 2,55 Mrd. VND) |
Regel-Laufzeit: bis zu 10 Jahren
Zinssatz (%): 0,68 bis 0,73 pro Monat
Stand: 12. Juni 2003. Der jeweils gültige Zinssatz orientiert sich an der
Vorgabe der Staatsbank und wird von der Bank in der Regel nur als monatlicher Zinssatz
ausgewiesen.
Auszahlung: 100%
Zins-Bindungs-dauer: Gesamte Laufzeit
Sicherheit: In der Regel nur Immobilien und/oder Landnutzungsrechte
Voraussetzungen: Übliche Bedingungen,
offen für alle vietnamesischen Existenzgründer
Dauer Entscheidung:
14 Tage
Banken operieren in der Regel noch sehr kundenunfreundlich (insbesondere bei kleineren Krediten), erschweren damit den Kreditzugang. Bekannt wurden auch vielfach Korruptionsfälle von Kreditsachbearbeitern. Außerdem existiert kein wirksamer Datenschutz.
| website sponsored by: Bundesamt für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge (BAFl) through European Refugee Fund (ERF), and Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (ZAV) through Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) |
| website administered by: AGEF gGmbH, Berlin, info@agef.de , www.reintegration.net, www.agef.net |