Die Situation und das Angebot

Die sozialen Sicherungssysteme in Serbien und Nordmazedonien sind immer noch stark unterfinanziert, was zu unzureichenden Leistungsangeboten führt. In beiden Ländern mangelt es vor allem an unmittelbaren Unterstützungsangeboten, die gerade in den ersten Monaten nach der Rückkehr so notwendig wären. Der Zugang zu sozialen Dienstleistungen ist durch komplexe Bürokratie und mangelnde Transparenz erschwert; für Menschen ohne Wohnsitzanmeldung und gültige (lokalen) Personaldokumente gar unmöglich, da Sozialleistungen bei den Kommunen verortet sind und somit die Zuständigkeit der Sozialämter nicht vorhanden ist. Aus diesem Grund sind fundierte Beratungen – vor und nach der Rückkehr – sowie engmaschige Begleitung zu relevanten Behörden und Verwaltungsämtern unmittelbar nach der Rückkehr enorm wichtig und werden in beiden Ländern in unseren Beratungsstellen angeboten.

Im Bereich soziales Wohnen gibt es schon seit Jahren keine substantiellen Angebote in beiden Ländern. Für viele Rückkehrende stellt daher die Unterbringung unmittelbar nach der Rückkehr das größte Problem dar. In solchen Fällen versuchen die Partner vor Ort bereits in der Vorbereitung der Rückkehr mit den Betroffenen sowie ihren Beratungsstellen in Deutschland gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

Eine holistische Beratungsarbeit ist zugleich auch eine Präventionsmaßnahme zur Verhinderung von wiederholter Abwanderung: Wenn Zurückgekehrte gut integriert werden – beruflich, schulisch und sozial, ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass sie erneut auswandern oder andere negative Folgen nach dem Rückkehrprozess entstehen.